Kernaussagen
- Bildungsmaßnahmen zuhause verbessern möglicherweise die Lebensqualität im Vergleich zu Maßnahmen außerhalb des Hauses. Weniger intensive Bildungsmaßnahmen zuhause verringern möglicherweise die Zahl der Krankenhauseinweisungen. Die Evidenz ist von sehr geringer beziehungsweise geringer Vertrauenswürdigkeit.
- Es gibt nicht genügend Evidenz, um zu zeigen, ob eine zu Hause durchgeführte Schulung besser oder schlechter ist als eine außerhalb des Hauses durchgeführte Schulung in Bezug auf Exazerbationen (Verschlimmerung des Asthmas), die einen Besuch in der Notaufnahme erfordern, auf die Behandlung mit oralen Kortikosteroiden (Medikamente zur Behandlung von Asthma, die die Entzündung in den Atemwegen verringern), auf Veränderungen der Asthmasymptome oder auf die Funktionsfähigkeit der Lunge.
- Gut konzipierte Studien sind erforderlich, um die genauen Komponenten der Asthmaschulungen zu untersuchen, die mit verbessertem Asthmawissen und besseren Endpunkten verbunden sind.
Was ist Asthma?
Asthma ist eine chronische (lang anhaltende) Lungenerkrankung. Menschen mit Asthma haben eine Entzündung (Schwellung) der Atemwege in der Lunge. Die Symptome sind pfeifende Atemgeräusche, Kurzatmigkeit, Engegefühl in der Brust und Husten.
Was ist Asthmaaufklärung?
Ziel dieser Aufklärung ist es, Kindern und Betreuungspersonen beizubringen, wie sie gemeinsam mit dem medizinischen Fachpersonal mit ihrem Asthma umgehen können. Zu den Komponenten der Asthmaaufklärung gehören Informationen über Asthma, Schulungen zur Behandlung von Asthma, einschließlich der effektiven Verwendung von Inhalatoren, eine Behandlungsstrategie und die Ermutigung zur korrekten Verwendung von Medikamenten. Die Überwachung von Asthma, z. B. mit einem Peak-Flow-Meter (einem tragbaren Gerät, das misst, wie schnell man vollständig ausatmen kann), und regelmäßige Untersuchungen durch medizinisches Fachpersonal, sind ebenfalls Bestandteil der Asthmaaufklärung.
Warum glauben wir, dass das Zuhause ein guter Ort für die Asthmaerziehung von Kindern sein könnte?
Die häusliche Umgebung ermöglicht es den Ausbildenden, Bevölkerungsgruppen (z. B. sozioökonomisch benachteiligte Menschen) zu erreichen, die aufgrund von Barrieren im Zugang zur Versorgung (z. B. fehlende Transportmöglichkeiten) eingeschränkt sind. Gleichzeitig bietet es eine vertraute Umgebung und vermeidet die Notwendigkeit eines Besuchs in Gesundheitseinrichtungen.
Dieser aktualisierte Review ist im Moment relevant, da Entscheidungstragende im Gesundheitswesen seit der COVID-19-Pandemie umfassender darüber nachdenken, wie und wo die Pflege geleistet wird.
Was wollten wir herausfinden?
Zwar wird in den Leitlinien empfohlen, dass Kinder mit Asthma Asthmaaufklärung erhalten sollten, doch ist nicht bekannt, ob eine Schulung, die zu Hause durchgeführt wird, der üblichen Versorgung (keine Schulung oder Schulung an einem anderen Ort) überlegen ist. Wir wollten untersuchen, ob die Intensität der Schulung (z. B. die Anzahl der Schulungseinheiten) Auswirkungen auf Kinder mit Asthma hat.
Wie gingen wir vor?
Wir suchten nach Studien, in denen Kinder oder ihre Betreuungspersonen zu Hause über Asthma aufgeklärt wurden. Die Schulung musste mit einer Kontrollgruppe verglichen werden (entweder keine Schulung oder Schulung in einer Gesundheitseinrichtung) oder mit einer weniger intensiven Schulung, die zu Hause durchgeführt wurde.
Wir fassten die Ergebnisse der Studien zusammen, verglichen sie und bewerteten die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz anhand von Faktoren wie der Studienmethodik und der Studiengröße.
Was fanden wir?
Wir fanden 26 Studien mit 5122 Kindern. Die meisten Studien wurden in Nordamerika durchgeführt. Die meisten Familien stammten aus sozioökonomisch benachteiligten Gegenden. Die Kinder unterschieden sich in Bezug auf Alter, Schweregrad des Asthmas und Art der Bildungsmaßnahme.
Ergebnisse
Die häusliche Schulung führt möglicherweise zu einem geringen bis gar keinem Unterschied bei Exazerbationen, die zu Besuchen in der Notaufnahme führen, aber die Evidenz ist sehr unsicher. Bei der Anzahl der verschriebenen oralen Kortikosteroide gibt es möglicherweise nur geringe oder gar keine Unterschiede.
Die Lebensqualität bei häuslicher Schulung im Vergleich zur Kontrollgruppe außerhalb des Hauses ist möglicherweise etwas besser, wobei die Evidenz sehr unsicher ist. Im Vergleich zur weniger intensiven häuslichen Schulung führt sie möglicherweise zu einer Verringerung der Krankenhauseinweisungen wegen einer Asthmaexazerbation, aber die Evidenz ist unsicher.
Auch bei den asthmasymptomfreien Tagen und den Fehltagen in der Schule oder am Arbeitsplatz gibt es möglicherweise nur geringe oder keine Unterschiede im Vergleich zur Kontrollgruppe oder zur Gruppe mit weniger intensivem Unterricht. Auch hier war die Evidenz von sehr geringer Vertrauenswürdigkeit.
Was schränkt die Evidenz ein?
Die Kinder und Familien wussten möglicherweise, welche Behandlung sie erhielten.
Es gab viele Unterschiede zwischen dem Schweregrad des Asthmas der Kinder, der Art der Bildungsmaßnahmen und anderen Faktoren. Es gab auch viele Unterschiede zwischen den Kontrollgruppen der einbezogenen Studien (die Gruppe, mit der die Schulungsgruppe verglichen wurde). Aufgrund der großen Unterschiede zwischen den Studien ist es schwierig zu wissen, ob die Behandlungen irgendwelche Wirkungen auf Kinder mit Asthma hatten.
Auch die Ziele einer Behandlung können unterschiedlich sein. Bei einigen Kindern, deren Familien wenig über Asthma wissen, könnte das Ziel darin bestehen, ihr Wissen über die Symptome zu verbessern. Dies könnte sie dazu ermutigen, häufiger die Notaufnahme aufzusuchen. Bei einigen Kindern mit schlecht kontrolliertem Asthma, die häufig die Notaufnahme aufsuchen, könnte das Ziel jedoch darin bestanden haben, die Zahl der Besuche in der Notaufnahme zu verringern. Dies könnte beispielsweise durch das Beibringen der richtigen Anwendung ihrer Medikamente geschehen, damit sie ihr Asthma besser kontrollieren können. Diese Faktoren komplizieren die Interpretation der Studienergebnisse.
Wie aktuell ist die vorliegende Evidenz?
Dies ist die erste Aktualisierung des Cochrane Reviews, der erstmals 2011 veröffentlicht wurde. Die Informationen sind auf dem Stand von Oktober 2022.
M. Zeitler, L. Gorenflo, freigegeben durch Cochrane Deutschland